Kompetenzen entdecken und berufliche Zukunft gestalten

Die Alexander-von-Humboldt-Schule in Viernheim geht bei der Kompetenzfeststellung neue Wege – Berufsmesse mit elf Unternehmen bildet den Höhepunkt einer abwechslungsreichen Woche

Wie arbeitet man im Team? Wer übernimmt Verantwortung? Wer behält auch bei ungewohnten Aufgaben den Überblick und entwickelt kreative Lösungen? Diese Fragen standen bei der diesjährigen Kompetenzfeststellung an der Alexander-von-Humboldt-Schule im Mittelpunkt. Erstmals nahm neben dem Haupt- und Realschulzweig auch der Gymnasialzweig teil.

Im Haupt- und Realschulbereich fand die Kompetenzfeststellung KomPo in bewährter Form statt. In teilweise neu zusammengesetzten Vierergruppen bearbeiteten die Schülerinnen und Schüler verschiedene erlebnis- und handlungsorientierte Aufgaben – ohne Unterstützung von außen.

Die Lehrkräfte übernahmen dabei ausschließlich die Rolle der Beobachtenden. Nicht das richtige Ergebnis stand im Vordergrund, sondern Fähigkeiten wie Teamarbeit, Kommunikation, Problemlösefähigkeit, Selbstständigkeit und Kreativität.

Erstmals auch der Gymnasialzweig dabei

Eine Premiere gab es im Gymnasialzweig. Auch hier setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit ihren Fähigkeiten und Stärken auseinander. Eine Aufgabe bestand beispielsweise darin, eine „Schule der Zukunft“ zu konzipieren und die Ideen anschließend den anderen Gruppen vorzustellen.

Dabei kam eine eigens für die Kompetenzfeststellung entwickelte App zum Einsatz. So verband die Schule klassische Elemente der Kompetenzfeststellung mit einer digitalen Herangehensweise.

Elf Betriebe präsentieren berufliche Perspektiven

Den Höhepunkt bildete am Donnerstag, 10. September 2026, die hauseigene Berufsmesse. Elf Unternehmen und Institutionen stellten den Jugendlichen unterschiedliche Berufsfelder, Ausbildungswege und Zukunftsperspektiven vor. Mit dabei waren Edeka Jacobi, die Deutsche Bahn, die Bundeswehr, die Stadt Viernheim, die Stadtwerke Viernheim, Holzbau Bähr, Postillion e. V., ABB, die Volksbank Ried-Überwald, die Agentur für Arbeit sowie die GRN-Klinik Weinheim. Damit erhielten die Jugendlichen Einblicke in ein breites Spektrum an beruflichen Möglichkeiten – vom Handwerk über Handel, Technik und Verwaltung bis hin zu sozialen und medizinischen Berufen.

Unter den Ausstellenden befanden sich auch ehemalige Schülerinnen und Schüler der Schule. Einer von ihnen war Dominik Hermann, der 2018 seinen Hauptschulabschluss erwarb. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung zum Zimmerer und befindet sich inzwischen auf dem Weg zum Meistertitel, den er 2027 abschließen möchte. Anfang 2028 soll die Übernahme der Firma Bähr Holzbau mit sechs Mitarbeitern folgen.

„Sein Werdegang fasziniert mich sehr. Er zeigt unseren Schülerinnen und Schülern, welche Entwicklung nach einem Hauptschulabschluss möglich ist, wenn man seinen Weg konsequent weitergeht“, erklärt Stefan Zielasko, Koordinator für berufliche Orientierung an der Alexander-von-Humboldt-Schule.

Gut vorbereitet ins Gespräch mit den Betrieben

Auf die Berufsmesse wurden die Schülerinnen und Schüler im Unterricht gezielt vorbereitet. Mithilfe eines Booklets entwickelten sie Fragen für die Unternehmen und hielten die erhaltenen Informationen anschließend fest.

Die Kompetenzfeststellung endet jedoch nicht mit der Messe. Die Beobachtungen und Ergebnisse werden in persönlichen Feedbackgesprächen ausgewertet, zu denen auch die Eltern eingeladen sind. Gemeinsam wird besprochen, welche Stärken sichtbar geworden sind und welche Erkenntnisse sich daraus für die weitere schulische und berufliche Orientierung ergeben. Auch im Unterricht werden die Ergebnisse weiter aufgegriffen.

Berufsorientierung soll damit nicht als einzelne Veranstaltung verstanden werden, sondern als längerfristiger Prozess, der den Jugendlichen hilft, ihre Fähigkeiten mit möglichen beruflichen Perspektiven zu verbinden.

Gemeinsam für eine praxisnahe Berufsorientierung

Möglich wurde die Berufsmesse auch durch die Zusammenarbeit mit externen Partnern. Die teilnehmenden Unternehmen und Betriebe wurden mit Unterstützung von Frau Steinwachs von der Agentur für Arbeit gewonnen.

Auch von den Betrieben gab es positive Rückmeldungen. Besonders hervorgehoben wurden die gute Vorbereitung der Jugendlichen und der direkte Austausch auf der Messe.

„Neben den Fragen aus den vorangefertigten Interviewbögen haben die Schülerinnen und Schüler auch eigene Fragen gestellt. So kamen sie schnell mit den Betrieben ins Gespräch und konnten sich direkt über Praktikums- und Ausbildungsmöglichkeiten informieren“, berichtet Frau Steinwachs.

Unterstützung erhielt die Schule auch bei der praktischen und planerischen Durchführung der Kompetenzfeststellung. Im Gymnasialzweig begleitete das Bildungswerk der Hessischen Wirtschaft (BWHW) die Schule bei der Umsetzung des neuen Formats. Im Haupt- und Realschulbereich wurde die Kompetenzfeststellung tatkräftig von Frau Volz und Herrn Köhlert mitgeplant, moderiert und durchgeführt.

Mit praktischen Aufgaben, gezielter Beobachtung, persönlicher Reflexion und dem direkten Austausch mit Unternehmen möchte die AvH ihren Schülerinnen und Schülern frühzeitig Orientierung geben. Denn die Frage nach der beruflichen Zukunft beginnt nicht erst mit einer Bewerbung, sondern dort, wo junge Menschen ihre eigenen Stärken kennenlernen und entdecken, welche Möglichkeiten ihnen offenstehen.

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